Kategorie:Thematische EU-Projekte

InterArch-Steiermark

Das EU-Projekt „Interaktives archäologisches Erbe der österreichischen und slowenischen Steiermark / Interaktivna arheološka dediščina avstrijske in slovenske Štajerske“ (InterArch-Steiermark), das aus dem Programm der grenzübergreifenden Zusammenarbeit Slowenien-Österreich 2007–2013 finanziert wurde, steht für einen freien und offenen Zugang zum gemeinsamen archäologischen Erbe von zwei Ländern, Slowenien und Österreich.

Das Projekt InterArch-Steiermark wurde im Jahr 2010 in Zusammenarbeit des Universalmuseums Joanneum mit Partnern aus Österreich und Slowenien vorbereitet und beim zweiten offenen Aufruf im Rahmen des Operationellen Programms Slowenien-Österreich 2007–2013 eingereicht. Das Programm der grenzübergreifenden Zusammenarbeit Slowenien-Österreich gehört zu den Programmen der Europäischen Territorialen Zusammenarbeit (ETZ), die aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) finanziert werden. Das vorgesehene Gesamtbudget des Projekts betrug knapp 820.000 Euro. Die Projektdauer belief sich auf drei Jahre.

Das aus dem EU-Programm SI-AT 2007-2013 geförderte Projekt stand im August 2011 vor einer riesigen Aufgabe: Fast 9.000 archäologische Objekte, die vor 1918 im nördlichen Teil der Republik Slowenien gefunden wurden, und mehr als 20.000 Seiten an dazugehörenden archivalischen Dokumenten warteten darauf, von einem Team von Fachleuten aus Slowenien und Österreich für die breite Öffentlichkeit zugänglich gemacht zu werden.

Der überwiegende Teil dieser Objekte befindet sich zusammen mit den schriftlichen Dokumenten in den archäologischen Sammlungen des 1811 gegründeten Universalmuseums Joanneum, weil das nördliche Slowenien – die so genannte Štajerska – bis zum Ende der Habsburgermonarchie zum Herzogtum Steiermark gehörte. Darüber hinaus werden für die archäologische Erforschung des nördlichen Sloweniens relevante aus dem 19. Jh. stammende Schriftquellen auch in anderen österreichischen und slowenischen Archiven und Museen, vor allem im Kunsthistorischen Museum in Wien und – gemeinsam mit ca. 1000 Funden – im Pomurski muzej Murska Sobota, verwahrt.
All diese archäologischen Objekte und schriftlichen Unterlagen sind als Quellen für die Erforschung der Geschichte Sloweniens und für die Denkmalpflege Sloweniens von herausragender Bedeutung.

Um diese Materialien den Menschen auf beiden Seiten der Grenze zugänglich zu machen, entwickelte das Projektteam, bestehend aus Vertretern der sechs slowenischen und österreichischen Partnerinstitutionen, zunächst ein gemeinsames digitales Tool. Dann wurde eine innovative, zweisprachige Datenbank aufgebaut, in welche die archäologischen Objekte und Archivalien aufgenommen wurden. Die Ergebnisse können auf der Internetseite www.interarch-steiermark.eu abgerufen werden.

Die Datenbank, die mit dem Projektende auch zur freien Nutzung für andere Projekte zu Verfügung gestellt wurde, eignet sich aber nicht nur für Archivalien und Objekte, sondern auch für die Aufnahme von aktuellen archäologischen Grabungen und deren Webauftritt. Dazu wurden die Gemeinden des Kulturpark Hengist als eine Versuchsregion eingebunden. Archäologische Feldvermessungen und 3D-Objekte aus der Region bringen so eine uralte Kulturlandschaft ans Licht.

„Ans Licht gebracht“ war auch der Titel einer Wanderausstellung, die neben einer Konferenz und einer Studienausstellung die Öffentlichkeitsarbeit des Projekts abrundete. Zum ersten Mal wurden in dieser Ausstellung, die von Maribor im Jahr 2012 nach Ljubljana, Celje, Ormož und Murska Sobota wanderte, archäologische Objekte gezeigt, die in der NS-Zeit 1941-45 von slowenischen Fundstellen nach Graz ins Joanneum gebracht wurden. Die Objektewurden im Rahmen der Eröffnung der Ausstellung in Murska Sobota vom Land Steiermark an die Republik Slowenien zurückgegeben.

Projektpartner:
  • Universalmuseum Joanneum GmbH / Univerzalni muzej Joanneum (Lead Partner)
  • Evropski kulturni in tehnološki center Maribor / Europäisches Kultur- und Technologiezentrum Maribor
  • Karl-Franzens-Universität Graz, Institut für Archäologie / Karl-Franzens univerza Gradec, Inštitut za arheologijo
  • Zavod za varstvo kulturne dediščine Slovenije / Denkmalamt Sloweniens
  • Verein Kulturpark Hengist / Društvo kulturni park Hengist
  • Pomurski muzej Murska Sobota / Pomurje-Museum Murska Sobota
Kontakt/Projektträger
Universalmuseum Joanneum
Abteilung Archäologie und Münzkabinett
Eggenberger Allee 90
A-8020 Graz
T: + 43 316 8017 9560
archaeologie@museum-joanneum.at
www.museum-joanneum.at

Text: Dr. Marko Mele

Wir verwenden Cookies, um die Nutzbarkeit unserer Seiten zu optimieren. Falls Sie mit der Speicherung von Cookies nicht einverstanden sind, finden Sie weitere Informationen auf der Seite Datenschutzerklärung.