Kategorie:Museen

Steirisches Feuerwehrmuseum Kunst & Kultur

In historischer Museumsarchitektur ermöglicht die Schausammlung mit modernen Medien einen Blick hinter die Kulissen der steirischen Feuerwehr. Absolute Highlights sind dabei die umfangreiche Helmsammlung sowie die Fahrzeughallen mit den beliebten Oldtimern. Feuer und Kunst vereinen sich in einer „explosiven Mischung“ über die gesamte Saison. Wechselnde Kunst- und Kulturausstellungen ermöglichen einen Streifzug durch das steirische Kulturgeschehen sowie durch die Geschichte fremder Kulturen. Mit einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm über die ganze Saison hat sich das Museum zusätzlich als Kunst -und Kulturplattform etabliert.

Das Steirische Feuerwehrmuseum Kunst & Kultur verweist in einer kleinen aber feinen Ausstellung auf die archäologische Grabungstätigkeit im Ortsteil Grünau in Groß St. Florian. Beiträge über Grabungsgeschichte wie Funde aus benachbarten Siedlungen von Grünau bereichern den im Zentrum der Ausstellung stehenden Sensationsfund des „Silberbechers aus Grünau“. Die Ausstellung wird mit einer Dokumentation in Form eines Kataloges begleitet.

Öffnungszeiten & Kontakt
Öffnungszeiten:
Mitte März bis Ende Oktober
Di. – So., 10 – 17 Uhr (Letzter Einlass 16.30 Uhr)
November bis April geschlossen

Kontakt:
Marktstraße 1, A-8522 Groß St. Florian
T: +43 3464 8820, office@feuerwehrmuseum.at
www.feuerwehrmuseum.at

Römische Villa Grünau

Die Anfänge der archäologischen Forschung in Groß St. Florian gehen auf Karl Haas ins Jahr 1855 zurück und ist durch eine Zeichnung des Mosaikbodens der Villa von Grünau belegt. Nach der Wiederentdeckung in den späten 80er Jahren wurden die Ausgrabungen der Villa in mehreren Projektphasen von 1988 bis 2002 von der Karl-Franzens-Universität in Graz, unter der Leitung von Ao.Univ.-Prof.i.R. Dr.phil. Erwin Pochmarski, durchgeführt. In diesen 14 Jahren fand man heraus, dass die Villa in sechs verschiedenen Bauphasen systematisch vergrößert wurde.

Funde

Das Laßnitztal war in der Römerzeit durch eine solide Kiesstraße von 26 km Länge erschlossen, welche das Tal auf weiten Strecken schnurgerade durchquerte. Dörfliche Siedlungen und Gutshöfe befanden sich im Raum Lassenberg, Wettmannstäten, Hörbing und Deutschlandsberg. In den benachbarten Siedlungen von Grünau, wie etwa Grub, Petzelsdorf, Krottendorf, Lebing und Zeierling wurden ebenfalls Funde entdeckt. Terra Sigillata gibt wichtige Hinweise auf die Wirtschaftsgeschichte im Laßnitztal und für die Datierung. Die Dekorationen und die Namen der Töpfer geben hierbei Aufschluss über die Entstehungszeit, die sich in diesem Fall von 90 bis 180 n. Chr. erstreckt. Vorratsgefäße sowie Webgewichte und Spinnwirtel weisen auf Ackerbau und Wollverarbeitung hin und die Viehglocke ist ein Zeugnis für die Weidewirtschaft. Die wichtigsten bäuerlichen Nutztiere waren Rind, Schwein, Schaf, Ziege, Pferd, Hund, Katze und verschiedene Geflügelarten.

Der Römerstein

Ursprünglich war der Stein als Teil eines Grabbaus eines duumvir oder sevir angebracht, der in der Villa in Grünau seinen Wohnsitz hatte. Im Mittelalter wurde er zum Grabstein eines Priesters, der in der Kirche in Groß St. Florian beigesetzt wurde, umgearbeitet. Im 19. Jahrhundert wurde er im Zuge eines Umbaus entfernt und in der Materialaufschüttung für die Kirchhofmauer verwendet. Dort wurde er 1951 wiederentdeckt und an der Vorderseite dieser Mauer eingebaut. Seit 1995 wird er hier im Museum aufbewahrt.

Der Silberskyphos

Der Silberskyphos, aus dem 1. Jahrhundert n. Chr., wurde 1990 bei Ausgrabungen des Instituts für Archäologie der Karl-Franzens-Universität in der römischen Villa von Grünau bei Groß St. Florian entdeckt. Bei seiner Auffindung war der sogenannte Silberbecher von Grünau zwar vollständig, aber in die einzelnen Teile – Innen- und Außenbecher, Henkel und Standfläche – zerlegt. Diese konnten bei der Restaurierung aber problemlos zusammengesetzt werden. Das Original ist heute im Archäologiemuseum des Universalmuseums Joanneum im Schloss Eggenberg.

Text: Anja-Weisi Michelitsch

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